Vertrauen sinkt, private Vorsorge steigt
Nach einer neuen Umfrage des Vergleichportals comparis.ch haben nur noch drei von vier Schweizerinnen und Schweizer Vertrauen in das soziale Dreisäulensystem. Die Befürchtungen, von der AHV oder der Pensionskasse dereinst nur noch geringe oder gar keine Beiträge mehr zu bekommen, sind bei Jugendlichen sogar noch deutlicher spürbar.
Laut comparis.ch ist das Vertrauen in die Alters- und Hinterbliebenenversicherung in der aktuellen Befragung auf einem historischen Tief angelangt. Nur noch 71 Prozent glauben, dass sie beim Erreichen des Pensionsalters Leistungen von der AHV beziehen werden. Nur unwesentlich besser sieht es bei der 2. Säule aus. Mit Leistungen aus der Pensionskasse rechnen lediglich 74% – und dies obwohl in der zweiten Säule persönliche Konten geführt werden und nicht wie bei der AHV aus einem grossen Topf geschröpft wird. Befragt wurden insgesamt 1215 Personen zwischen 18 und 65 Jahren, in der deutschen, in der französischen und in der italienischen Schweiz.
Knapp die Hälfte der Befragten rechnet auf jeden Fall mit Kürzungen bei der AHV, während es bei der Pensionskasse jede dritte Person ist, die davon ausgeht, nicht die aus heutiger Sicht zustehenden Beträge zu erhalten. Die Tendenz gegenüber den Vorjahren zeigt in eine deutliche Richtung: Die Menschen vertrauen immer weniger in die staatliche und berufliche Vorsorge und – auch dies zeigen die aktuellen Werte – schliessen vermehrt private Vorsorgepläne in der dritten Säule ab. Bereits 61% der Befragten gaben an, in die 3. Säule (zum Beispiel in eine gebundene Lebensversicherung) zu investieren. Zwei von drei Befragten tun dies um für das Alter vorzusorgen, lediglich 31% nannten die Steuerersparnis als wichtigsten Grund für die Investition.
Massgeblich beigetragen zum schlechten Abschneiden der obligatorischen Versicherungen haben die unter 40-jährigen und die Deutschschweizer. Nur gerade 52% der jüngeren Generationen glauben daran, jemals Geld von der AHV zurück zu bekommen. Die versprochenen Zahlungen der Pensionskasse erwarten immerhin noch 59%, wie aus den Umfrageergebnissen von comparis.ch zu entnehmen ist. Das Meinungsforschungsinstitut Link hat die telefonische Befragung m Auftrag von comparis.ch durchgeführt und kommt weiter zum Schluss, dass in der Westschweiz und im Tessin nicht nur das Vertrauen in die staatliche und berufliche Vorsorge grösser ist, sondern auch eine private Vorsorge eher nicht als notwendig erachtet wird. Nur 52% der französischsprachigen Bevölkerung, sowie 50% der Tessiner Bevölkerung investiert in die 3. Säule.
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